Werte Rasensportfreunde,
voller Vorfreude und Ungeduld erwartet ihr den ersten Spielbericht der neuen Saison, was mich einerseits rührt, andererseits mit Wehmut erfüllt, denn die Nachricht ist keine gute: Der Start ist in die Hose gegangen; quantitativ jedenfalls. Qualitativ, objektiv gesehen, vermutlich auch, aber zumindest das lässt sich relativieren: Die Vorgabe, der SV Bohlingen sei keineswegs ein Ab-, sondern vielmehr ein Quereinsteiger, stellte sich als Falschmeldung unseres Münchener Korrespondenten heraus. Prompt wollte der Gegner, der am Ende nicht unverdient, aber doch ein bisschen glücklich mit 2:1 gewonnen hatte, nach dem Spiel wissen, ob alle Mannschaften in der Staffel so stark seien wie wir.
War das nun ein Kompliment? Gemeint wohl schon, empfunden nur bedingt: Nach starkem Bohlinger Auftakt haben wir ein mühelos wirkendes 1:0 erzielt und das Spiel beherrscht; bis zu jenem fatalen Moment, als ein Libero (der Name ist dem Chronisten bekannt) einen äußerst leichtsinnigen Pass aus dem eigenen Strafraum spielte, was prompt zum Ausgleich führte.
In Halbzeit prallten unsere Angriffe meist schon im Mittelfeld an einer gut gestaffelten Defensive ab; allerdings haben wir uns auch eine Menge Fehlpässe im Spielaufbau geleistet. Bohlingen spielte seinerseits gegen Jochen, der phänomenal gehalten hat, immer da war, wo der Ball hinflog, und deutlich machte, warum Jens Lehmann kürzlich unwidersprochen behaupten durfte, dass Fußballer mit 40 erst zu wahrer Größe aufliefen. Das wäre jetzt eine gute Überleitung zum Geschehen auf der linken Seite, aber die Einzelkritik haben wir ja schon in der dritten Halbzeit erledigt, und damit soll es auch gut sein. Nur soviel: Die blauen Schuhe mit der Nummer drei werden sich auch noch an die Mitspieler gewöhnen, und dann kommen die kurzen Pässe auch wieder an.
Apropos Jochen: Die wie stets per Akklamation vorgetragene Ernennung zum „Hero of the Match“ hat er abgelehnt, was ihn fast noch größer macht. Zwei Tore kassiert, Spiel verloren und trotzdem „Hero“: Das passe seiner Meinung nach nicht zusammen. Armin springt in die Bresche und wird was Eckiges mit leckerem Runden mitbringen.
Apropos dritte Halbzeit: Den Bierkasten, mit dem ein gewisser Käpt’n T. (Name ebenfalls bekannt) erfolgreich seine Bestätigung im Amt provoziert hat (jedes „Plopp!“ ein positiver Stimmzettel), haben wir souverän geleert. Okay, darauf müssen wir jetzt nicht wahnsinnig stolz sein; aber es gab in der Vergangenheit genug Niederlagen, nach denen wir uns (trotz Bier!) in alle Winde zerstreut haben.
Unser Tor hat übrigens Dietmar geschossen, das zweite Gegentor fiel irgendwie doof (Ecke, der Ball geht durch Freund und Feind, und ausgerechnet der einzige Brillenträger auf dem Platz macht ein Kopfballtor), war aber keineswegs unverdient.
Ein paar Namen doch noch: Frankie from Munich hat seine Sache gegen einen technisch versierten Gegenspieler eine Halbzeit lang ausgezeichnet gemacht, war unheimlich oft vor ihm am Ball, aber zur Pause platt. Für ihn kam Armin, der auf der linken Seite diverse Akzente gesetzt hat und gegen Ende im Strafraum elfmeterwürdig von den Beinen geholt worden ist, was der durchaus nicht unsympathische Schiedsrichter, an anderen Sonntagen für Öhningen-Gaienhofen tätig, leider anders sah. Martin L., der bis zum Wochenende Schuhe hat, die auch rasentauglich sind, wird uns noch viel Freude machen. Gunter kam zu spät ins Spiel, um zu zeigen, was er drauf hat.
Nächsten Sonntag kommen die Reichenauer aufs Schänzle, die müssen dann eben büßen und werden mit einer richtig schönen Klatsche heimgeschickt.
Freunde der Fußballprosa, die bis hierher gelesen haben, sollen nicht unbelohnt bleiben: Trotz „Fun Olympics“ auf dem Schänzle haben wir einen halben Platz zum Kicken. Dienstag offenbar immer noch 18.30 Uhr, Freitag 18.00.
Gute Woche, frohes Schaffen! Till
Chronisten sind in der Regel nicht Trainer (oder umgekehrt), aber ein Trainer wäre nach dem Spiel vermutlich stinksauer gewesen. Klar, 7:0 ist als Ergebnis völlig okay. Jedes weitere Tor hätte die Reichenauer moralisch beschädigt, und das muss ja nicht sein, aber die zweite Halbzeit war Chaos pur. Nach hochkonzentrierten ersten 45 Minuten mit streckenweise richtig gutem Fußball, konzentriertem Passspiel, klugem Spielaufbau und folgerichtigen vier Toren haben wir in der zweiten Halbzeit so gespielt, wie es die Administratoren gern im Scherz erzählen: Jeder nahm Aufstellung und Taktik selbst in die Hand. Dass wir trotzdem noch drei Tore geschossen haben, lag vor allem am Gegner, der sich komplett aufgegeben hatte und teilweise am Rand der Leistungsverweigerung spielte. Immerhin stellte die zweite Halbzeit nachdrücklich unter Beweis, dass zumindest gegen einen solchen Gegner das Experiment ohne Libero voll funktioniert: Martin K. als doppelter Innenverteidiger und Jochen dahinter hatten alles im Griff. Was Martin nicht abräumte, war bei Jochen gut aufgehoben, der mit klugen Pässen auch gleich wieder das Spiel nach vorne ankurbelte. Doch da versandete der Ball dann bald, weil zu viele Spieler zu viel wollten. Vorne Knallfroschfußball (viel Aufwand, wenig Effizienz), hinten Larifari: Gegen Gegner von anderem Kaliber werden wir uns so was nicht leisten können.
Aber egal: Was zählt, ist die erste Halbzeit, und da haben wir nachdrücklich unter Beweis gestellt, dass in dieser Saison mit uns zu rechnen ist. Die Reichenauer haben schließlich zumindest zu Beginn keinen Diener gemacht und brav die Punkte hergeschenkt, sondern bis zum 0:2 ganz ordentlich mitgespielt und durchaus ihre Chancen gehabt.
Die Torschützen: Bernhard 3 und nicht nur deshalb Hero of the Match, Micha 2, Dirk 1, Jarek 1.
Ansonsten: kein Fehlpass diesmal von den blauen Schuhen (dafür ein hübscher Assist), Armin hat erneut sein Potenzial angedeutet und wird schon noch lernen, dass er in der Regel auch einen Sturmpartner hat, und der eifrige Harry hat 45 Minuten lang gespielt, als gebe es kein Morgen.
Nächsten Sonntag geht’s auf den Kunstrasen im Lorettowald, wo wir endlich mal beweisen müssen, dass Klasse keine Frage des Geläufs ist.
Gute Woche! Till
Zwei Punkte verloren? Einen gewonnen? Nach der ersten Halbzeit Ersteres, nach der zweiten, in der wir kaum noch Torchancen hatten, der Gegner am Ende aber noch mal heftig drückte, wohl eher Zweiteres. Eigentlich wars wie immer auf dem DJK-Kunstrasen. Wir waren im Prinzip überlegen, aber die Multikulti-Truppe, deren Zusammenspiel drei Stationen lang prima aussieht und dann im Fehlpass endet, hat uns zwei Fallobstbälle ins Netz gelegt: einfach mal draufgehalten, und prompt plumpste der nasse und entsprechend schwere Ball hinter Andi M. wie ein fauler Apfel ins Tor. Dabei war die DJK in Halbzeit eins nicht ein Mal gefährlich in unseren Strafraum eingedrungen; außer einem harmlosen Weitschuss hatte Andreas nix zu halten. Die Abwehr stand prima: mit Andi W. als sachlichem Libero, der eigene Offensivambitionen konsequent der Strafraumsicherung unterordnete und damit die Null garantierte, Thomas als wie immer giftigem Manndecker sowie erst Martin K. (Zerrung) und dann Harry als Abräumer.
Nach vorne gelang uns allerdings auch nicht so richtig viel mehr als DJK, selbst wenn wir optisch überlegen waren; von einer angesichts des deutlichen Altersunterschieds vielleicht zu erwartenden reiferen Spielanlage war nicht viel zu sehen. Trotzdem hatten wir unsere Chancen, und so führte eine feine Einzelleistung auf der linken Seite zum 1:0; Jarek musste den Ball nur noch über die Linie schieben.
Zur zweiten Halbzeit kam Bernhard, von dem wir uns eine Belebung der Offensive versprachen, sowie Peter, der damit endlich seine Premiere feierte. Das Spiel (übrigens bei Dauerregen) versandete trotzdem, und lange sah es nach einem 1:0 und Jarek, der sich die Bälle mittlerweile im eigenen Strafraum holte und unermüdlich ackerte, wie der sichere Hero of the Match aus. Als die erste faule Pflaume ins Tor fiel, steckten wir das souverän weg: Praktisch der nächste Angriff brachte die erneute Führung (Dietmar). Aber DJK machte dem Vereinsnamen (Deutsche Jugendkraft) alle Ehre und kam noch mal zurück, während bei uns einigen die Puste ausging; am Ende war das 2:2 in Ordnung, der Gegner freute sich diebisch, und wir sollten vielleicht unser Saisonziel korrigieren, damit wir nächstes Jahr im Frühsommer auch was zum Freuen haben.
Am Sonntag kommen die russischen Überlinger, da sollten wir wie schon gegen die Reichenauer dem Rest der Liga beweisen, dass man uns am Schänzle die Punkte gern schon vor dem Spiel mit Schleifchen überreichen kann.
Gute Woche! Till
Nachdem „ÜaR“ in der letzten Saison noch für „überwiegend aus Russland“ stand, steht das A mittlerweile für A-Jugend. Da es den Jungs aber an eigentlich allem mangelte, hatten wir relativ leichtes Spiel. Im Gegensatz zum Reichenau-Kick wars diesmal aber ein Spiel aus einem Guss. Oft lief der Ball über zehn, zwölf Stationen, ohne dass die Überlinger auch nur in seine Nähe kamen. So gut, finde ich, haben wir lange nicht mehr Fußball gespielt. Natürlich muss der Gegner das zulassen; aber man muss auch erst mal was draus machen. Abgesehen von einer Phase gegen Ende der ersten Halbzeit, als wir uns von den schläfrigen Überlingern anstecken ließen, waren wir immer wach und hochkonzentriert. Trotz des 5:0 (Halbzeit 2:0) hatten wir nach dem Spiel Probleme, einen „Hero“ zu benennen: weil das Gesamtniveau so hoch war, dass keiner richtig herausragte. Markus vielleicht, der den kompletten Platz abgegrast hat; Armin, der sein erstes TVK-Tor gemacht und auch sonst gut gewirbelt hat und sogar auf der linken Außenbahn gut aussah. Dort musste er eine Lücke stopfen, als dem Evergreen nach phänomenaler Zweikampfbilanz der Schmerz in die Leiste schoss.
Auch die fünf verschiedenen Torschützen zeigen, wie breit das Niveau in der Spitze war: Andi T. mit dem ersten Saisontreffer, Bernhard, der eins von diversen Gastgeschenken nutzte, und Gunter, der jetzt vermutlich immer seine Familie mitbringen wird.
Für eine Anekdote sorgte diesmal der Schiri, der ein „Leo!“ aus unseren Reihen abpfiff, aber nicht einschritt, als der gegnerische Torwart (ohne dessen Paraden noch ein paar Tore mehr gefallen wären) auch „Leo“ rief. Auf Nachfrage belehrte der gute Mann: Der Torwart darf „Leo“ rufen, aber sonst niemand. Ob das wirklich so in den Regeln steht? Und was macht man, wenn wirklich einer Leo heißt? Vielleicht sollten wir uns auf einen anderen Namen einigen. Wir wärs mit „Andi“?
Weil sich zwar mehrere Menschen fanden, die gern beim nächsten Mal eine Kiste Zäpfe mitbringen würden, aber nicht „Hero“ sein wollten (und die, die gewollt hätten, nächsten Sonntag nicht da sind), springt nun Micha in die Bresche: nicht als Hero, sondern als alter Sack, weil er die 40 überschritten hat. Willkommen im Club!
Nachdem wir nun eine makellose Heimbilanz (6:0 Punkte, 12:0 Tore) haben, wird es Zeit, dass wir auch aufwärts unseren Ansprüchen Taten folgen lassen. Der FC Radolfzell kommt da gerade recht: kein Gegner, den man unterschätzt, aber schlagbar.
Endlich mal ein klarer Auftritt bei den Litzelstettern, die uns in den letzten Jahren immer wieder ausgekontert haben. Richtig souverän war der Sieg auch diesmal nicht, selbst wenn er in der zweiten Hälfte höher hätte ausfallen müssen. Erstmals haben wir das schon länger diskutierte Modell ohne Libero probiert, mit Markus als „Sechser“ vor der Abwehr. Obwohl sich (außer für die Abwehr) dadurch nicht viel geändert hat, war die Verunsicherung spürbar, zumal Litzelstetten viel Druck machte und streckenweise deutlich mehr vom Spiel hatte. Aber mit Martin K. als Turm in der Schlacht, Thomas B. als unglaublich bissigem Manndecker und Jochen als Ersatzlibero stand die Abwehr überwiegend stabil. Jochen, der ohnehin eine famose Saison spielt, war endlich bereit, sich zum „Hero of the Match“ küren zu lassen, muss die Krone aber mit Armin teilen, der über 90 Minuten unglaublich gerackert hat, dynamisch in der Vorwärtsbewegung war und perfekt die Philosophie des Stürmers als erstem Defensivspieler verkörpert hat. Kaum weniger viel unterwegs war Markus, Micha glänzte als Ballverteiler – eigentlich müsste man alle nennen.
Trotz Überlegenheit in der zweiten Halbzeit fiel unser erstes Tor durch einen Elfmeter. Armin (wer sonst) war gefoult worden, Andi W. hat verwandelt. Den zweiten Treffer machte Gunter, der sehr kühl auch noch den Torwart ausgespielt hat, sich ansonsten aber mehr ins Spiel einbringen und die Bälle beherzter fordern muss.
Am nächsten Sonntag kommt Öhningen-Gaienhofen. Es gilt, den Dreier von heute zu bestätigen. Da Liggeringen gegen Bohlingen gewonnen hat, könnten wir uns oben festsetzen – mit Uwe B. als Libero, ganz egal, ob vor oder hinter der Abwehr.
Gute Woche, Till
Werte Sportfreunde,
„Scheiße am Schuh“ hat Armin hernach das Spiel kommentiert und damit völlig richtig gelegen. Drei hundertprozentige Torchancen plus ein nicht gegebener Elfmeter: Dieses Spiel hätten wir gewinnen können, vermutlich sogar müssen. Andererseits war Öhningen-Gaienhofen ein starker Gegner, dem unser Spiel allerdings auch entgegenkam. Eigentlich brauchten sie in der ersten Halbzeit nur auf unsere Ballverluste im Mittelfeld warten. Zum Glück stellten sie sich dann aber überwiegend ziemlich einfallslos an und schossen bei jeder sich bietenden Gelegenheit aufs Tor, was Andreas M. viele Gelegenheiten zu prächtigen Paraden gab. Auf der anderen Seite haben wir uns im Spiel nach vorne unnötig schwer getan. Viel zu selten ist beispielsweise Armins Schnelligkeit eingesetzt worden.
Nach dem 1:0 der Gäste haben wir durch einen von Andreas W. verwandelten Elfmeter (trocken rechts unten in die Ecke, sehr souverän!) ausgeglichen. In der zweiten Halbzeit haben wir nach einem 1:2 ziemlich Druck gemacht und die wohl größte Doppelchance in unser aller Fußballlaufbahn herausgearbeitet: Armin setzt sich schön im Strafraum durch, muss den Ball nur noch über die Linie schieben, gerät aber in Rücklage und schießt ihn an die Latte. Der Ball springt zurück und landet genau auf Michals Kopf, der ihn prompt wieder Richtung Tor befördert – an die Latte. Kurz drauf macht Öhningen-Gaienhofen das 1:3. Wir kommen zwar noch mal ran (ein Freistoß von Andi W., den der Torwart durch die Beine trudeln lässt) und machen weiter Druck, es gibt noch mal eine Großchance für Armin, der Gegner kontert bloß noch, das aber immer wieder gefährlich; irgendwann fällt das 4:2. Schade drum.
Am Freitag gibt’s den letzten Trainingskick auf dem Schänzle. Wenn wir nicht um 17.15 Uhr anfangen, lohnt sich’s kaum. Bis dann, Till
Was hätten wir für eine Heimbilanz, wenn da nicht die doofen Pleiten gegen Liggeringen und Öhningen-Gaienhofen gewesen wären! In den drei anderen Spielen haben wir eine Torbilanz von 23:0. Heute ging’s da weiter, wo wir gegen Überlingen aufgehört haben. Abgesehen von einer Phase, in der wir die Radolfzeller herzlich eingeladen haben, doch auch mal unseren Strafraum zu besuchen, haben wir das Spiel stets kontrolliert. Zur Pause stand’s schon 4:0, und als in der zweiten Hälfte ein Radolfzeller schwer verletzt ausschied (sah nach Kreuzbandriss aus, ohne Einwirkung von unserer Seite) und nicht mehr ersetzt werden konnte, hatte Jochen nur deshalb noch was zu tun, weil bei uns Larifari mitwirkte.
Nordstern war offenkundig ersatzgeschwächt angetreten, mit einigen in Würde ergrauten Herren und diversen ganz Jungen. Trotzdem: Vor diesem Spieltag standen sie in der Tabelle vor uns; jetzt nicht mehr.
Außerdem muss man ja erst mal nutzen, was einem der Gegner anbietet. Der Ball lief wunderbar durch unsere Reihen, auf Außen gab’s viel Platz und endlich auch mal wieder Druck von links (inkl. einiger schöner Blauschuhflanken, Strafraumsoli und Torvorlagen). Mann des Tages war wieder mal Markus: Organisator der Abwehr vor derselben, Torschütze (drei, davon ein wunderschöner Freistoß), Laufwunder und daher „Hero of the Match“.
Mal abgesehen davon, dass wir in der zweiten Halbzeit mindestens vier (eher sechs) weitere Tore hätten machen müssen, haben wird die Chancen gerade vor der Pause gut genutzt und schöne Tore erzielt. Am sehenswertesten neben Markus’ Freistoß war ein satter Distanzschuss von Andi W. (insgesamt zwei). Die weiteren Torschützen: Jarek (2), Armin, Gunther, Uwe sowie ein Eigentor.
Nächsten Sonntag ist spielfrei, am 19. gibt’s das Nachholspiel in Radolfzell. Das muss ein Dreier her, damit wir in der Spitzengruppe überwintern.
Gute Woche, Till
Das gibt’s nur bei uns: Da haben wir nach einem Kraftakt in der zweiten Halbzeit mit toller Moral und auch noch in Unterzahl ein Spiel gedreht und aus einem 0:1 zur Pause am Ende ein 2:1 gemacht; aber wo andere Mannschaften den Rest des Sonntags aus dem bierseligen „Zicke, zacke, heu, heu, heu“ gar nicht mehr rausgekommen wären, halten wir eine Krisensitzung ab. Unglaublich? Mag sein. Aber für die Mannschaft wertvoller als jede Weihnachtsfeier. Tatsache ist: Wir haben nicht gut gespielt, in keiner Phase; den Gegner zwar relativ beherrscht, aber viele Bälle im Mittelfeld auf einem allerdings auch extrem holprigen, mit Sand aufgefüllten Geläuf (der reinste Beachvolleyball) im Kurzpassspiel verloren. Das 1:0 der Radolfzeller war ein Glückstreffer: Ball in den Strafraum, wir behindern uns gegenseitig, einer staubt ab. Auf der anderen Seite gab’s aber auch nicht viel mehr: ein Pfostenkracher von Micha, die weiteren Angriffe kamen gar nicht erst in den Strafraum. In der zweiten Halbzeit haben wir dann nur noch Druck gemacht, kamen aber immer noch nur selten in den Radolfzeller Strafraum. Endlich das hochverdiente 1:1: Micha setzt sich, zum wiederholten mal mit feinem Solo, durch, trifft aber nur den Pfosten, Dietmar schiebt den Abpraller über die Linie. Dann der große Auftritt des Schiedsrichters: Der eigentlich nicht unsympathische Afrikaner, der schon zum Ausklang der letzten Saison in Öhningen das Spiel völlig zerpfiffen hat, sorgte auch dies mal wieder für viel Unterhaltung. Tiefpunkt, aus unserer Sicht: eine gelbrote Karte für Bernhard, weil er dem Schiri nach einem angeblichen Foul von mir angeblich einen Vogel gezeigt hat. Auch zu zehnt aber haben wir nie aufgegeben. Der Sieg war trotzdem glücklich: wieder mal nach einem Foul an Micha hat Dietmar einen genialen Freistoß über die Mauer ins Tor gezirkelt, buchstäblich in der Nachspielzeit. Die Frage nach dem „Hero of the Match“ erübrigt sich, zumal Dietmar ohnehin wie immer kämpferisch ein Vorbild war und in der zweiten Halbzeit beinahe jeden gegnerischen Abstoß abgefangen hat. Spielerisch kein Ruhmesblatt, aber gekämpft bis zum Umfallen – in der zweiten Halbzeit; die erste haben einige verschlafen, und das war auch Gegenstand des Gesprächs danach. Verglichen mit letzter Saison ist es zwar ein Luxusproblem, wenn wir drei mal wechseln können, aber das heißt natürlich, dass wir auch drei mal wechseln müssen. Im Klartext: Irgendwer muss raus, aber keiner will. Gelöst haben wir das Problem natürlich immer noch nicht. Den Kompromiss zwischen leistungsorientiertem Wechseln und der sozialen Komponente müssen wir vermutlich von Spiel zu Spiel neu suchen. Aber gefunden haben wir ihn bislang immer, und niemand wird ernstlich behaupten können, wir wären mehr als bloß Dritter, wenn wir darwinistischer wechseln würden. Aber allein die konstruktive Stimmung, der Wille, gemeinsam eine Lösung zu finden: Das ist es, was dieses Team jenseits der Tabelle auszeichnet. Und mit so einem Sieg überwintern zu können, selbst wenn der dritte Platz weniger ist, als wir uns zu Saisonbeginn erhofft haben, ist auch ein gutes Gefühl.
Liebe Leser,
die Älteren unter euch werden sich noch erinnern: Vor einem Jahr sind wir beim Rückrundenauftakt auf der Reichenau böse unter die Räder gekommen. 4:0 für die Heimmannschaft hieß es damals, weil nur zu zehnt waren. Zumindest zahlenmäßig sah es diesmal besser aus; theoretisch. Praktisch hatten Thomas und Bernhard wieder mal eine Ausfahrt verpasst und ungefähr auf der Höhe von Villingen gemerkt, dass sie den Einzugsbereich unserer Staffel verlassen hatten. Das hatte immerhin zur Folge, dass wir auf hohem Niveau wechseln konnten: Mit Bernhard gab’s in der zweiten Halbzeit gleich mehr Zug zum Tor. Auch vorher war es ein Spiel in eine Richtung; Überlingen war so harmlos wie im Hinspiel. Richtige Chancen hatten wir zunächst auch zwar nicht, aber die Ballbesitzstatistik dürfte bei 60:40 gelegen haben.
In Halbzeit zwei fielen dann endlich die Tore: Armin ließ es zwei Mal klingeln und hätte eigentlich noch ein drittes machen müssen. Fette Chancen gab’s noch mehr. Frankie from Munich hätte sich unsterblich machen können: eingewechselt und den Ball in den Winkel gejagt! Es wurde dann doch nur der Wald (den Ball suchen sie immer noch). Der Gegner spielte zwar konzentrierter, aber was in den Strafraum kam, war Beute von Jochen; wobei der Strafraum mitunter auch bis zur Mittelinie reichte.
Meine „Men of the Match“ (neben Armin natürlich), streng subjektiv: Martin K. und Peter als Innenverteidigung. Martin wieder mal als Fels in der Brandung, die Krake in der Abwehr, immer eher am Ball als sein Gegenspieler: kein Wunder, dass sich der eine oder andere Defensivmime (jaja) überwiegend jenseits der Mittelinie tummelte. Der gleiche Respekt gilt Peter, vielleicht sogar noch mehr, weil er ja nun alles andere als ein gelernter Innenverteidiger ist.
Das erfreulichste aber, würden die TV-Trainer sagen, war die Art und Weise, wie sich die Mannschaft präsentiert hat. Insider waren ja sehr gespannt, wie sich die Hallenweicheier, Waldläufer und Hartplatzrecken im internen Vergleich aus der Affäre ziehen würden. Es lief sicher nicht alles rund, zumal gerade der holprige Platz ein flüssiges Kombinationsspiel kaum möglich machten; aber konditionell sah das schon richtig gut aus, zumal einige Offensivkräfte (Micha!) sehr fleißig auch nach hinten gearbeitet haben.
Vorbereitungsspiel Nr. 1, wie Jarek (nur Zuschauer beim Heimspiel) feststellte, ist also gut gelaufen. Nächsten Sonntag kommt der FC Radolfzell aufs Schänzle. Ihr erinnert euch? Nachholspiel im November, zwei glorreiche Glanzpunkte von Dietmar, der zweite quasi mit dem Schlusspfiff: Das muss diesmal ja nicht ganz so spannend werden. Das Runde im Eckigen gibt’s entweder von Armin oder von Dietmar oder beiden.
Werte Rasensportfreunde,
der Spielbericht kommt einen Tag später als gewohnt, weil der Sonntag so richtig anstrengend erst am Nachmittag wurde, als ich beim Kindergeburtstag ein knappes Dutzend elfjähriger Mädchen über den Bodanrück gescheucht habe. Hat aber Spaß gemacht, genau wie das Spiel gegen DJK, auch wenn wir zwischendurch den Faden verloren haben. Offenbar gab es allerdings unterschiedliche Wahrnehmungen: Während ich nie daran gezweifelt habe, dass die Punkte auf dem Schänzle bleiben würden und auch das 0:1 eher als Betriebsunfall betrachtet habe, waren offenbar einige beeindruckt. Da es sich bei DJK im Wesentlichen um die gleiche Mannschaft handelte, die voriges Jahr mit einem 4:0 noch ausgesprochen gut bedient war und wir nach einer gewissen Aufwachphase spielbestimmend waren, war der Ausgleich (Micha, nach feinem Zuspiel von Dirk) nur eine Frage der Zeit. Kurz drauf hätte es eigentlich schon 2:1 stehen müssen, aber Micha wollte lieber ausprobieren, ob er es schafft, den Ball erst aus fünf Metern übers Tor und dann auch noch über den Zaun zu schießen (ersteres problemlos, zweiteres nein). Zu Beginn der zweiten Halbzeit haben wir richtig gut gespielt: mit gepflegtem Kurzpassspiel aus der eigenen Hälfte raus, und dann hat Armin Freund und Feind stehen gelassen. Die Tore fielen zwangsläufig. Beim 2:1 dribbelt sich Armin durch den Strafraum und legt den Ball Gunter vor die Füße, das 3:1 besorgte wieder Micha, der sich freiwillig zum „Hero“ kürte, nach Klasse Pass von Uwe B., der für mich ohnehin der Spieler der zweiten Hälfte war: obwohl erkältet, hat er seine Seite dicht und außerdem viel Druck nach vorn gemacht (gleiches lässt sich, mit Verlaub, über links sagen). Die Abwehr wirkte zunächst ein bisschen zusammengewürfelt (innen: Martin „der Fels“ K. und Christoph, außen: Uwe B. und Till, Libero: Uwe W.), fand dann aber immer besser ins Spiel. Was in Halbzeit zwei noch aufs Tor kam, war sichere Beute von Andreas M. Obwohl die DJK nach den schnellen Toren eigentlich besiegt war, haben wir das Spiel dann, nicht zuletzt bedingt durch die Wechsel, aus der Hand gegeben, weil wir die Bälle beim Spielaufbau viel zu schnell wieder verloren haben und nicht jeder in der Günter-Netzer-Schule („ein Spiel lesen“) gewesen ist: Wenn der Gegner drückt und die Defensive ins Schwimmen gerät, muss man auch mal nach hinten arbeiten. In dieser Phase hat Andi W. als Sechser vor der Abwehr jede Menge abgeräumt, darunter auch so manchen Gegner, und schließlich im Überschwang seines südländisches Temperaments ein Zeichen im Stil van Bommels gesetzt, was wiederum dazu führte, dass sein Gegenspieler ihm an denselben griff. Nach dem Spiel gab es nicht gerade Umarmungen zwischen den Teams, aber damit konnten wir leben.
War das nun Pech? Einfach nur ärgerlich? Eine Frage fehlender Fitness, mangelnder Treffsicherheit, spielerischen Unvermögens? Vielleicht auch die Quittung dafür, dass wir eben kein Training haben, in dem wir Laufwege einüben könnten? Tatsache ist: Wir hatten Liggeringen, den souveränen Spitzenreiter, am Rande einer Niederlage. Schon nach wenigen Augenblicken hätte es 2:0 für uns stehen können, weil der Gegner bei hohen Bällen in den Strafraum fast schon hilflos war. Und dann nach ca. 20 Minuten ein echter Schock: Ein Liggeringer liegt in der eigenen Hälfte verletzt am Boden, das Spiel ist unterbrochen, wir wechseln aus (die Wade auf links hat dann doch nicht gehalten) – und das Spiel geht mit Strafstoß gegen uns weiter. Keiner im gut besuchten Spitzenspiel versteht, was den jungen Schiedsrichter umtreibt, aber er konnte nicht anders: Er hatte vorher nicht gepfiffen, und da einer der Unseren den Ball im Strafraum in die Hand genommen hatte, gab’s eben Elfmeter. Der Gegner sagte Danke; wir waren spürbar geschockt. In der Folge gab’s einige gute Gelegenheiten für Liggeringen. Irgendwann fiel dann auch das 2:0; und dann haben wir richtig Gas gegeben. Beim ersten Foul im Strafraum (am gerade in der ersten Hälfte wuseligen Armin) blieb der Pfiff unerklärlicherweise noch aus. Als kurz drauf Micha gelegt wurde, gab’s endlich Elfmeter; Andi W. verwandelte sicher. Die zweite Halbzeit war dann ein Spiel in weitgehend eine Richtung. Die Abwehr (Martin K., Andi W., Tom-Tom, Pat, aber nicht alle gleichzeitig) war bärenstark, die Stürmer viel unterwegs und das Mittelfeld immer bemüht. Trotzdem waren Chancen meist das Ergebnis von Standardsituationen. Mit viel Glück retteten die Liggeringer ihr 2:1 über die Zeit, auf die sie schon ab der 70. Minute spielten. Die Mannschaft war platt, am Spielfeldrand wurde man immer nervöser; mehr als weite Befreiungsschläge und lächerliche Torschussversuche aus 40 Metern hatten sie nicht mehr drauf. Kaum zu glauben, dass die erst zwei Punkte abgegeben haben. Nur mit viel Glück wird Armin übrigens nicht in der Rubrik „Besondere Vorkommnisse“ geführt: Ein Foul ohne Ball, das man aus TVK-Sicht getrost als rufschädigend bezeichnen darf, wurde nur mit Gelb geahndet. Nächsten Sonntag kommt Litzelstetten ans Schänzle. Die haben Liggeringen bislang als einzige ein Unentschieden abgetrotzt. Könnte ein interessantes Spiel werden.
Sonntag Mittag in der Mixed Zone am Spielfeldrand, jenem Bereich also, in dem Spieler, Fans und Journalisten aufeinandertreffen. Da das Spiel von Momenten geprägt war, in denen die Schlussleute etwas „unglücklich“ aussahen (wie wir Sportreporter in einer Mischung aus sanfter Ironie und Mitgefühl gern sagen), hatte sich das Interesse der zahlreichen Zuschauer schon vorher auf die Torhüter fokussiert. Prompt galt die erste Frage, ganz ohne Häme vorgetragen, einem der beiden Keeper; nennen wir ihn dieser Stelle Nerz. Während der Rest seines Teams, je nach Temperament, mit leisem Lächeln oder breitem Grinsen das Bad in der Menge genoss, wirkte Nerz ungewöhnlich angespannt, hatte offenbar nur darauf gewartet, seinen Unmut an den Journalisten auszulassen und drohte an, alte Fehler aufzurechnen.
Verständlich: Beim ersten Tor hatte die Abwehr gepennt und nicht mitbekommen, dass der Gegner eine Ecke kurz ausführte; der Sonntagsschuss aus spitzem Winkel plumpste ins obere lange Eck. Gegentor Nummer zwei resultierte aus einem Freistoß, bei dem die Jungs in der Mauer ihren Dienst verweigerten. Das kommt davon, wenn Akademiker kicken, die ihren Kopf vor allem zum Arbeiten benützen.
Szenenwechsel.
Wie ihr lesen könnt, liebe Gemeinde: Der Chronist ist zurück. Dieser Spielbericht ist allerdings erstmals nicht das Ergebnis einer teilnehmenden Beobachtung, sondern Resultat einer Mischung aus Bewunderung und Sehnsucht: Bewunderung, weil wir teilweise auf technisch ansprechendem und beeindruckend hohem Niveau gespielt haben; Sehnsucht, weil die Spielzüge von außen betrachtet in aller Ruhe zu genießen waren, was aber zwangsläufig mit einer gewissen Passivität einherging.
Markelfingen spielte viel besser als sein Tabellenplatz und hielt gut mit, vergab seine wenigen Chancen aber doch eher kläglich. Trotzdem dauerte es ca. eine halbe Stunde, bis wir endlich in Führung gingen: Andi T. kam frei vor dem Torhüter an den Ball, der brachte ihn nicht unter Kontrolle – 1:0. Auch beim zweiten Treffer sah der Keeper nicht gut aus, als er eine prima weite Flanke von Armin nicht festhielt und Andi W. aus spitzen Winkel einlochte.
Und dann wurde das Spiel in der zweiten Halbzeit durch die beiden Gegentore fast auf den Kopf gestellt und sah eine Weile lang ziemlich gleichwertig aus. Schon in Halbzeit eins hatten wir große Chancen vergeben (Tom, Bernhard). In der zweiten folgten noch diverse Lattentreffer (Andi W. aus zwei Metern, Uwe B. mit sattem Fernschuss) und eine Riesenchance für Armin (ein Meter). Eine klare Chancenverteilung also; was in unseren Strafraum kam, hatte Jochen sicher im Griff. Micha sorgte mit zwei Toren für die Erlösung. Irgendjemand hat noch eins geschossen (ich glaube, wieder Andi T.), aber ich musste auch immer wieder meiner Tochter zuschauen, die weitgehend unbeachtet Runde um Runde auf dem Einrad drehte.
Ein toller Fußballvormittag also: sieben Tore, zwischendurch richtige Spannung, mitunter großer Fußball, viel Laufbereitschaft und ein Gastspiel von Thomas Bohnet; außerdem ein angefressener Torhüter, der nicht zu Null gespielt hat und daher nicht zufrieden sein konnte. Bin gespannt, wen ihr als „Hero“ ausgeguckt habt. Ich fand alle gut, vor allem aber Uwe B., der als Libero wichtige Bälle abgegrätscht hat und das Spielaufgebaut hat.Wir sehen uns nächste Woche bei Nordstern Radolfzell. Es gilt, eine Serie zu verteidigen.