21.9.2008: TVK : DJK Konstanz 2:2 (1:1)
Sep 22, 2008
Author: Fabian Glasen
Die Mannschaft, die gegenüber den letzten Spielen vor allem in der Abwehr stark verändert auftraf (Pat Braun war seit langem mal wieder dabei und spielte mit dem Debütanten Ralf Ebelt, der einen guten Einstieg hatte, in der Innenverteidigung). Tilly war wieder durchgehend auf der linken Abwehrseite aktiv und überraschend spielte Sascha häufig im Abwehrverbund, wo er vor allem dem Aufbauspiel viele gute Impulse gab und die Abwehr stabilisierte, aber insgesamt nicht ganz klar wurde, was er genau spielte. Auf der rechten Abwehrseite schien niemand so recht zu spielen, zumindest interpretierte Andreas Targan seinen Part, wenn er denn dort spielen sollte, sehr offensiv.
Die Mannschaft kam offenbar gut ins Spiel und ließ den Ball bis etwa zur 15. Minute, als Uwe Bartsch umknickte und ausgewechselt werden musste, gut in der eigenen Mannschaft zirkulieren. In dieser Spielphase kam man zum Führungstreffer.
Danach war der Faden beim TVK gerissen und statt sich zusammen zu raufen, trat man sich verbal gegenseitig auf die Füße.
Der TVK musste dadurch in der Folge vor der Halbzeitpause noch den Ausgleich hinnehmen.
Zu Beginn der 2. Halbzeit schien sich das Spiel des TVK wieder zu bessern. Es wurde wieder besser kombiniert, ohne dass sich die Mannschaft klare Torchancen hätte erspielen können. Das Spiel war über die ganze Spielzeit weitgehend ausgeglichen. Etwa Mitte der 2. Halbzeit sah Andreas Widmann nach scheinbar fälschlicherweise unterstellter Schiedsrichterbeleidigung die rote Karte, nachdem der Schiedsrichter ihm einen Elfmeter verweigert hatte, und von da an verflachte das Spiel des TVK immer mehr. Aber wie schon im letzten Heimspiel konnte man auch in diesem Heimspiel in Unterzahl ganz gut mithalten.
Kurz danach konnte sich die DJK, nach einem völlig unnötigen Fehlpass des TVK im rechten Mittelfeld, mit Überzahlspiel (4:2) auf das Tor des TVK zu bewegen und den 2:1 Führungstreffer markieren. In dieser Spielsituation kamen viele Fehler zusammen: Zuerst der Ballverlust, dann war es in der Situation völlig überflüssig, die Abwehr zu entblößen und zusätzlich fühlte sich nach dem Ballverlust niemand von den offensiv ausgerichteten Spielern in Ballnähe und auch sonst berufen, schnell auf defensive umzuschalten. Wahrscheinlich dachten alle, wie meist so oft beim Dienstagskick: Sollen die anderen sich doch um die Abwehr kümmern. Es fehlten speziell in dieser Spielsituation aber an diesem Tag auch etwas generell Spieler wie z.B. Frankie oder die beiden Toms, die grundsätzlich gerne laufen und sich nicht nur gerne mit dem Ball bewegen und gleichzeitig auch hoch konzentriert spielen.
Nun musste man in Unterzahl, einem Rückstand hinterher laufen, weil man in Unterzahl die Abwehr vernachlässigt hatte. Einige Akteure zeigten dabei grossen Einsatz, aber insgesamt zu wenig Präzision und zu wenig Übersicht, so kam es zu vielen unnötigen Ballverlusten. Dennoch wurde die Schlussphase noch mal turbulent. Vorher wurden noch Tilly und Uwe Valentin, der sich als einer der wenigen noch um ein kontrolliertes Spiel verdient gemacht hatte, durch Thomas Bohnet und Bobbes ersetzt. Kurze Zeit später hatte Peter Glück, als er nach einer Tätlichkeit keine rote Karte sah. Etwa 3 Minuten vor Schluss fiel Thomas Bohnet nach einer Flanke im 5 Meterraum der Ball vor die Füsse und er konnte den Ball ziemlich cool an einigen Abwehbeinen vorbei zum 2:2 Ausgleich einschiessen. Im Gegenzug, in der letzten Spielminute, ging es dann nochmal derart turbulent im Strafraum des TVK zu, dass dies hier nicht geschildert werden kann, weil nur durch eine Zeitlupe, die Vorgänge aufgeschlüsselt werden könnten. In jedem Fall konnte die Niederlage durch grossen Einsatzwillen im Fünfmeterraum, mehrfach wurden die Bälle von der Linie befördert, und mit viel Glück noch abgewendet werden. Vorausgegangen waren allerdings grosse Nachlässigkeiten im Mittelfeld, wo man den Gegner, im Gefühl es ja jetzt doch noch geschafft zu haben, fast ohne Widerstand nach vorne ziehen ließ.
Fazit: Von Uwe Valentin und Sascha abgesehen insgesamt, vor allem im Mittelfeld und Angriff, zuviel Aktionismus, zu wenig Präzision im Zuspiel, zuwenig Übersicht und in der Folge zu viele unnötig Ballverluste und bei einigen Akteuren sowohl offensiv als auch defensiv, in einigen Spielsituationen ganz eklatant, zu wenig Laufbereitschaft, vielleicht auch zu wenig Sinn für das Nötige. Was beim TVK vor allem fast komplett fehlt : die Kunst der Rückpasses! Ohne den Rückpass heilig sprechen zu wollen, zeigt sich doch am Fehlen dieser Spielvariante, an dieser Nebensächlichkeit dennoch auch der ausgeprägte Sinn zum Aktionismus!
Man muss allerdings auch die Leistung der DJK anerkennen, die defensiv sehr konzentriert aufgetreten ist, sich nie in Unterzahlspiel überraschen ließ und trotzdem auch nach vorne gelegentlich gefährlich werden konnte.
Angesichts der Tatsache, dass Freitags kaum noch jemand zum Training kommt und der Kick am Dienstag ja längst nicht das Niveau eines Kreisliga C-Spiels hat, und man im Alter mehr Training braucht, um vergleichbare Resultate zu haben, als jüngere Spieler, können sich die Kicker des TVK allerdings durchaus selbstzufrieden auf die Schulter klopfen, weil sie auch noch im fortgeschrittenen Alter mit sehr wenig Trainingsaufwand immerhin ein Unentschieden gegen eine deutlich jüngere Mannschaft erreichen konnten.