16.11.2008 TVK : SV Reichenau 2 : 1:3 (0:1)
Nov 17, 2008
Author: Fabian Glasen
Man könnte es sich leicht machen und den Mantel des Schweigens über das letzte Spiel dieses Jahres ausbreiten, das bei herbstlichen Temperaturen aber gut bespielbarem Rasen und trockenem Wetter auf dem Schänzle mit 1:3 verloren wurde.
Bei der Ursachenforschung fällt auf, dass einige Leistungsträger der letzten Woche gefehlt haben, zusätzlich fällt auf, dass man von der Aufstellung und damit auch von der Taktik her mehr auf einen "Hurrah-Fussball" gesetzt hat, anstatt auf eine Strategie wie letzte Woche zu setzen und wie sie in diesem Spiel der SV Reichenau mustergültig praktiziert hat, und die Michael Ballack in die Worte gegossen hat " Die Defensive ist das A und O". Wie man eine solche Strategie umsetzt hat der SV Reichenau heute gezeigt. Im Mittelfleld möglichst Überzahl in Ballnähe herstellen, gleichzeitig möglichst alle Gegenspieler eng markieren und gleichzeitig in der Abwehr so dicht stehen, dass kein Durchkommen ist und dann noch einen Libero dahinter haben, der alles abräumt, was dann doch noch durchkommen könnte. Aufbauend auf eine solche Spielweise schaut man dann was zusätzlich nach vorne noch geht. Eine solche Spielweise ist vor allem dann vielversprechend, wenn man sich nicht als die überlegene Mannschaft ansieht, denn dann kann man auch schon mal gewinnen, wenn man nicht die optimale Taktik spielt. Diese Selbsteinschätzung scheint in dieser Saison aber für den TVK nicht auszuzahlen.
Der TVK, der ohne Libero aufgelaufen war und mit einem Mittelfeld, das, obwohl weitgehend mit der gleichen Spielern wie letzte Woche aber mit einer anderen mentalen Einstellung angetreten war, und demgemäss gegenüber letzter Woche vieles an Kompaktheit vermissen liess, weil es bei einigen Mittelfeldspielern etwas an dem konzentrierten, konsequenten Defensivspiel fehlte, was aber genau den Unterschied ausmacht zu der kompakten Spielweise der letzten Woche (Ausnahme Peter!), konnte trotz ansonsten guter Spielweise der Abwehrspieler, aber mit gelegentlichen Stellungsfehlern und dadurch fehlender mannschaftlicher Geschlossenheit im Abwehrbereich (speziell im defensiven Mittelfeld) einige sehr gut vorgetragene Angriffe des SV Reichenau nicht unterbinden, die letztlich den Unterschied ausmachten.
In der Vorwärtsbewegung war es sehr schwer gegen die kompakte Spielweise des SV Reichenau ein vernünftiges Spiel aufzuziehen. Man blieb dabei aber auch selbst deutlich hinter den eigenen Möglichkeiten zurück, viele unnötige Fehlpässe, schlechtes Stellungsspiel, keine Ideen und fehlende Übersicht taten ein übriges, so dass bis auf das durch Andreas Widmann erzielte Tor im ganzen Spiel keine weitere wirkliche Torchance heraus gespielt werden konnte.
Zum Spielverlauf: Der SV Reichenau ging in der ersten Halbzeit mit 1:0 in Führung. Danach entwickelte sich phasenweise ein schnelles Spiel allerdings mit vielen Fehlpässen und wenig Torchancen auf beiden Seiten. Nach dem Seitenwechsel gelang Andreas Widmann aus halbrechter Position aus etwa 15 Metern Entfernung durch einen Schuss ins lange Eck der Ausgleich, aber postwendend erzielte der SV Reichenau wieder die 2:1 Führung. In der Folge setzte sich das Fehlpassfestival beim TVK fort und der SV Reichenau konnte wiederholt mit einigen schön vorgetragenen Angriffen für höchste Gefahr vor dem Tor des TVK sorgen, während der TVK im Mittelfeld weitgehend mithalten konnte, nicht aufsteckte und sich bemühte, aber zu keinen Torchancen kam und keine guten Kombinationen zeigte. Kurz vor Ende gelang dem SV Reichenau nach einem weiteren schön vorgetragen Angriff das verdiente 3:1.
Fazit: Trotz grosser kämpferischer Leistung des TVK fehlte an diesem Spieltag die taktische und spielerische Qualität, um gegen eine kompakte und gute Mannschaft des SV Reichenau zu punkten. Mit einer konzentrierten kompakt ausgerichteten Defensivtaktik hätte man aber trotz der schlechten Tagesform vielleicht punkten können.
Um diese Saison nicht nach unten durchgereicht zu werden, sollte man in Zukunft jeden Gegner sehr Ernst nehmen und mit der nötigen kompakten Spielweise in jedes noch ausstehende Spiel gehen.