Spielberichte der Saison 2005/2006



Spiel 1:

Na Jungs, war das ein Auftakt?! Vielleicht nicht immer schön anzuschauen, aber was für eine Achternbahnfahrt! Schade bloß, dass keine Tore fielen (letztlich dann natürlich eins mehr für uns); ein 5:5 wäre völlig angemessen gewesen. Allerdings hätten wir zur Pause gut und gern 0:5 zurückliegen können, das war teilweise doch recht chaotisch.

Mit zwei weiteren Ergänzungspielern wäre das Spiel vielleicht anders ausgegangen; außerdem hätten wir "Picke" Dirk ersetzen können (selbstredend nicht gleichwertig), der mit Zerrung für ein paar Wochen ausfällt. Dass Christoph sein Auflaufen gleich mit der Bedingung einer 90-Minuten-Stammplatzgarantie verknüpft, dürfte übrigens mancher diskussionswürdig finden (nicht zuletzt derjenige, der statt seiner weichen muss).
Immerhin sind einige von uns um eine Erfahrung reicher: Bier aus Polen ist lecker (das mit dem Himbeergeschmack habe ich mir allerdings erspart); von mir aus kann Jarek mehrmals pro Jahr Geburtstag haben. Ohne dabei zu altern, selbstredend - forever young, Jarek!

Das schreibt einer, der weiß, wovon er spricht, werdet ihr nun denken; danke für die Blumen! Zum Glück war meine Frau nicht da, um dem humpelnden Gatten (Achillessehne) wieder mal eine weniger belastende Sportart (Halma?) nahezulegen.

Nächsten Sonntag geht's wieder gegen einen neuen Club (Überlingen am Ried, 15 Uhr!!!). Wer nimmt mich mit?

Gute Woche! Till
 

Spiel 2:

Sehr geehrte Damen und Herren,

hier spricht ihr Kapitän. Der TV Konstanz hat seine Reiseflughöhe erreicht und ist im Unternehmen "Titelverteidigung" voll auf Kurs. Gegen den TSV Ü.a.R. (= überwiegend aus Russland) reichten Kraft und Konzentration für eine erste Halbzeit mit guten Kombinationen, schnellem Spiel nach vorn und einigen guten Chancen. Das Tor fiel aber erst nach einer Standardsituation (Ecke Till, Tor Uwe). Ein eher rührender Fernschuss, einfach abgezogen aus ca. 30 Metern, sorgte für den Ausgleich: eine gemeine Bogenlampe, die in den Winkel plumpste.

In der zweiten Hälfte wurde der Gegner giftiger, rieb sich aber in Verbalscharmützeln mit dem sehr jungen, aber gänzlich gelassenen bleibenden Schiedsrichter auf. Es gab zwar die eine oder andere brenzlige Situation, doch im Großen und Ganzen beschränkten sich die russischen Angriffe auf harmlose Weitschüsse. Wir hingegen hatte noch diverse Chance (Harry gleich dreimal allein im Strafraum, wenn ich nicht irre). Für die Tore benötigten wir trotzdem wieder tote Bälle: ein Elfmeter, durch Markus kaltblütig und sicher verwandelt, und eine Ecke (meine zweite gescheite Aktion an diesem Tag) auf den Kopf von Bernhard; angesichts seiner eigenen Verblüffung offenbar sein erstes Kopfballtor.

Habt ihr eigentlich einen "Hero of the Match" ausgeguckt? Ich fand ja die Rückkehr von Uwe W. bemerkenswert; den sollten wir da hinten institutionalisieren... Leider weilt er jetzt in Italien und kommt erst Sonntag morgen zurück. Ob er was dagegen hätte, wenn ich in seinem Namen eine Runde Zäpfle schmeiße?

Training am Freitag übrigens um 18 Uhr, wird sehr früh dunkel mittlerweile.

Alsdann, gute Woche und frohes Schaffen! Till
 

Spiel 3:

Liebes Fußballvolk,

eigentlich fand ich ja, Andi T. sollte den Bericht schreiben, schließlich hatte er den besten Überblick: war Manndecker und Mittelstürmer und hat die Räume dazwischen auch noch eng gemacht. Von seinen drei Toren, davon zwei ziemlich abgezockt (das dritte per Kopf), ganz zu schweigen. Keine Frage, wer unser erster "Hero of the Match" dieser Saison ist.

Auf vielfachen Wunsch (Gruß zurück, Harry!) und weil man als Lehrer am Vormittag ja eher weniger Zeit hat, komme ich ihm nun doch zuvor.

Wir haben so gespielt, wie es Bayern gegen Hannover hätte machen müssen: den Gegner aus der Deckung gelockt und dann eiskalt zugeschlagen. Am Ende hat Nordstern Radolfzell, immerhin in der Tabelle recht weit vorn, Hoffnung aus der Tatsache gezogen, nicht zweistellig geschlagen worden zu sein. Dabei haben wir uns viel mehr über das unnötige Gegentor geärgert (Ball in der Abwehr vertändelt).

Nicht weniger Anerkennung als Andi T. gebürt Martin, der seine Sache als Jochen/Andreas-Ersatz famos gemacht hat und eindrucksvolle Souveränität gerade bei hohen  Bällen ausstrahlte. Okay, unhaltbare Schüsse gab's ohnehin kaum, zumal die Abwehr bestens stand (Andi W.: prima als Manndecker; seinem Kollegen zur Linken, soviel Eigenlob sei erlaubt, wurde eine hundertprozentig positive Zweikampfstatstik attestiert).

9:1 also, Tore neben Andreas noch Bernhard (2), Micha (2 - oder war eins von Uwe?), Dirk und endlich auch Jarek, der damit sein Geburtstagstor nachgereicht hat. Kritische Zuschauer würden anmerken, dass es ingesamt 15 hätten sein müssen...

Am Sonntag (13 Uhr!!!) gilt's, die Serie ohne Niederlagen in Litzelstetten zu halten; da haben wir noch eine Rechnung offen. Und ein Tor: zwischen den Pfosten spielen wir nun ohne drei. Warum Jochen nach wie vor nicht zur Verfügung steht, soll er selbst schreiben. Es hat allerdings nichts mit der Mannschaft zu tun. Vielleicht bombardiert ihr ihn einfach mit Petitionen...

Ich hatte übrigens das zweifelhafte Vergnügen, den Schiedsrichter zum Bahnhof bringen zu dürfen. Ein schräger Kauz, der dem Spiel mit manch' einsamer Entscheidung und höchst eigenwilligem Auftritt eine fast schon heitere Note gab. Kompliment an Micha, der sich ganz entgegen seiner sonstigen Gewohnheiten vorbildlich zurückgehalten hat. Anderen gelang das nicht immer ganz so gut...

Alsdann, frohes Schaffen und gute Woche, Till
 

Spiel 4: Litzelstetten

So viel Augelassenheit nach einem schlichten Sieg gab's zuletzt nach dem 6.:0 in Radolfzell, der Meisterkür. Vermutlich lag's daran, dass eigentlich alles gegen einen Auswärtssieg in Litzelstetten sprach: Nach der Absage von Frank und Frank kurz vor Spielbeginn waren wir nur zu zehnt; Markus hatte ja angekündigt, er komme 15 Minuten später. Daraus wurden dann 45, und alles geschickte Hinauszögern - Schri warten lassen, unsortierte Pässe - änderte nichts daran, dass wir in Unterzahl beginnen mussten.
Qualitativ war davon allerdings nichts zu spüren, im Gegenteil. Dank eines enorm agilen Mittelfelds und einer imposant sattelfesten Abwehr (die Entdeckung von Pat als Innenverteidiger!) machten wir das Spiel, bis sich erst Matthias und auch ich ziemlich doof an der Torauslinie ausspielen ließen, dann landete der abgewehrte Torschuss auch noch beim Gegner - 1:0.

Und dann kam Markus; pünktlich zur Pause.

Halbzweit zwei: exakte Parallele zu den letzten Auswärtspielen in Litzelstetten. Wir machen das Spiel und Druck ohne Ende, der Gegner kontert. Erst mal aber gab's den Ausgleich, und leider finde ich auf die Schnelle in Günter Netzers wirklich lesenswerter Autobiografie "Aus der Tiefe des Raums" nicht die Stelle, in der er beschreibt, wie er seine Freistöße zelebriert hat. Ich kann meinen ohnehin nicht schildern, denn ich hab' nix gesehen: Die Mauer hat mir jede Sicht genommen.

Natürlich wollten wir jetzt mehr, und jeder hat die Erinnerung an das letzte Spiel in Litzelstetten ignoriert, als wir statt mit drei Punkten mit leeren Händen Heim fuhren. Prompt gab's wieder einGegentor (Freistoß in den Strafraum, irgendwelche Köpfe in der Flugbahn, Ball im Netz). Jochen nahm das Tor auf seine Kappe, war aber ansonsten die übliche Bank und sorgte mit einem fulminanten Reflex dafür, dass wir im Rennen blieben. Und das sah gut aus: Nach Bernhards Ausgleich gab es Chancen zu Hauf, aber keiner ging rein. Dann endlich, kurz vor Schluss, die Erlösung: Jochen auf Dirk, wie einst Kahn auf Elber, Abpfiff, drei Punkte - und riesige Freude.

Der Sieg war verdient, keine Frage, und das nicht nur moralisch. Aber wie die Mannschaft nach 40 Minuten in Unterzahl die zweite Halbzeit dominiert hat, das war schon beeindruckend. Heute waren elf "Heroes of the Match" auf dem Platz, auch wenn ich finde, das einige ein bisschen herauszuheben sind: Pat und Thomas als Innenverteidiger, die ihre Gegenspieler immer im Griff hatten, Matthias mit einer klasse Libero-Leistung, Jochen (welcome back!) sowieso; und Uwe, der nach dem Spiel im Umkleideraum den Sieg eine Stunde lang still genossen hat, aber vermutlich einfach nur fertig war. Und Markus natürlich, der Heilsbringer; Dirk, der Matchwinner, die unermüdlichen Bernhard, Micha und Jarek; na, und ich habe ja auch meinen bescheidenen Anteil beigetragen.

So long, bis Freitag und oder Sonntag, euer Chronist
 

Spiel 5: Reichenau

4:1 (Pause 2:0) - und damit ist fast schon alles gesagt. Diesmal weitgehend kein Erlebnisfußball, aber auch kein reiner Ergebnisfußball: Wir haben das Spiel fast immer kontrolliert. Obwohl sich die chancenlose Reichenauer, wie mein Lieblings-Schiri verriet, mit dem einen oder anderen Spieler aus der Ersten verstärkt hatten, bescherten sie Jochen einen ruhigen Vormittag. Aufregendste Szene für ihn: Dank des beruhigenden Vorsprungs durfte er einen Strafstoß schießen, den er souverän am Tor vorbeischob. Mit dem folgerichtigen Tröstbier muss er sich allerdings hinten anstellen: Andreas T. und Dirk müssen noch altlasten abtragen.

Wenn es auch diesmal keinen eindeutigen "Hero of the Match" gab, lag das an einer geschlossenen, disziplierten Mannschaftsleistung: alle Klasse. Die Abwehr wurde erneut souverän von Matthias dirigiert, Thomas hatte seinen wuseligen und giftigen Gegenspieler prima im Griff und zeichnete sich durch öffnendes Spiel aus, Harry war die Ruhe selbst. Rechts Andreas T, links ich, beide gewohnt lauffreudig, zentral hatten Micha, Dietmar und Bernhard alles im Griff, vorne Jarek und Dirk: Mehr als elf waren gar nicht nötig (und auch gar nicht da). Torschützen: Bernhard, Micha, Dirk, Jarek (glaube ich jedenfalls).

Am Rande notiert: Der Aufleger von der linken Außenbahn hat dank zweier Vorlagen die Führung in der Assist-Rangliste zurückerobert.

Schade 1: Dirks Zerrung hat sich zurückgemeldet.

Schade 2: Nächsten Sonntag (10.30 Uhr) geht's nach Markelfingen. Da haben wir zwar noch eine Rechnung offen, sind derzeit aber noch hoffnungslos unterbesetzt (zur Erinnerung: letzte Saison haben wir 90 Minuten ein Spiel auf ein Tor geliefert, aber Markelfingen war beim quasi einzigen Konter erfolgreich).
 

Spiel 6: Markelfingen

Wer braucht schon elf Mann auf dem Platz! Zum dritten Mal hintereinander taten es auch zehn, die für zwölf liefen. Selbst wenn sich mancher zunächst in einer Wiederholung wähnte: Und jährlich grüßt der Markelfinger. Hochkarätigste Torchancen, aber kein Tor - bis Andi W. einen Kopfball versenkte und dabei nicht mal springen brauchte. Die Ecke kam von Markus, weil das zuverlässige Uhrwerk auf der linken Seite malade war. Das hat man nun davon, dass man zuverlässig ins Training kommt: keiner da, also nicht richtig warmgemacht, bloß ein bisschen rumgebolzt - zack; der Oberschenkel.

Anstatt auf dem Platz im Weg rumzustehen, habe ich in der zweiten Halbzeit den "SRA" gemacht, wie es auf den Spielberichtsbögen heißt (für die Weiterbildung: Schiedsrichterassistent), was mir prompt Ärger mit Andi T. eingebracht hat (okay: nennen wir es einen Tadel). Da hatte er schon eine gelbe Karte wg. Meckerns; "Adrenalin muss sein", entschuldigte er sich sinngemäß.

Nachdem wir die erste Halbzeit recht gut im Griff hatten, zogen wir in der zweiten die Option "Abwehrschlacht" und uns viel zu weit zurück, überließen dem Gegner zwei Drittel des Platzes und verlegten uns auf Kontern. Das ergab sogar prima Chancen, die zum Teil nur durch dunkelgelbwürdiges Foulspiel unterbunden werden konnten. Zwei Minuten vor Schluss hat Adrenalin-Andi mit seinem legendären Schlachtruf "Markus, 2.40!" auf den Lippen und ebenfalls per Kopf zum 2:0 alles klar gemacht.

Der Schiedsrichter, dem auch Andrenalandi  mittlerweile womöglich eine insgesamt ordentliche Partie attestieren wird, war vor dem Spiel noch beeindruckt, dass es uns immer noch gibt. "Aber dass die so groß sein müssen", jammerte ein Markelfinger. Tatsächlich: So stark in den Standardsituationen waren wir schon lange nicht mehr, sieht man mal von dem eher rührenden Versuch ab, einen Freistoß mit dem Außenrist um die Mauer herum zu zirkeln (nein, keine Namen).

Fazit: wieder kein "Hero of the Match", aber zehn Helden; auch wenn, die Freiheit nehm' ich mir, Jochen aus Gründen, die mit Fußball nichts zu tun haben, besondere Ehre gebührt. Und Tom natürlich: weit mehr als eine Verstärkung. Die Tatsache, dass er mit seiner Leistung unzufrieden war, lässt mich hoffen, dass dies kein einmaliges Gastspiel war.

Alsdann: viele Grüße nach Shanghai und in den Rest der Welt. Nächsten Sonntag gegen Liggeringen sollten wir zur Abwechlsung wieder mal 12 oder 13 sein. Ich erwarte an der Cote d'Azure, dass die Siegesserie nicht reißt; und selbstredend einen Bericht.

Gute Woche! Till
 

(Spiel 7 war ich nicht da)
 

Spiel 8 FC KN

Liebe Freunde des TVK,

auch wenn grippebedingt nur mittelbar beteiligt (oder gerade dann?), erlaube ich mir ein paar Zeilen zum Spiel gegen den FC Konstanz.

Die guten Nachrichten: 4:1 (Tore: Andi W., Dirk, Micha, Andi T), die Innenverteidigung (Jörg, Martin) prima, der Libero (Uwe W.) uneingeschränkt souverän, es sei denn, er preschte à la Lucio im Solo nach vorne, dabei stets bemüht, allfällige Gegenspieler möglichst zu tunneln.

Die schlechte Nachricht: Uwe B. hat sich verletzt, wirkte ziemlich schlimm . Wie sieht's denn aus, Uwe? Eine Pause gegen den DJK sei Dir gegönnt, aber gegen die Türken brauchen wir Dich; jedenfalls in der Form der ersten Halbzeit. Die war richtig klasse: Schnelle Vorstöße von Micha und Dirk sorgten immer wieder für Gefahr, von Jareks Doppelzerrung war nix zu sehen. "Wie muss der Mann erst spielen, wenn er richtig fit ist?", fragten Jochen und ich uns draußen an der Linie.

4:0 zur Pause, das Spiel war gelaufen; und genau das war das Problem. Die zweite Halbzeit hatte nur einen Höhepunkt: als Johcen die vermutlich schnellste gelbe Karte kassierte, die unser Team je bekommen hat. "Ich bin eben noch nie eingewechselt worden" entschuldigte er sich. Offenbar hat er in der Vergangenheit auch nie besonderen Anteil daran genommen, wenn das anderen widerfuhr, sonst hätte er gewusst, dass der Einwechselspieler erst dann aufs Feld darf, wenn der ausgewechselte den Platz verlassen hat. Kurz drauf gab's noch gelb für Uwe (grobes Foulspiel), und dass er wenige Minuten später für das gleiche Delikt nicht vom Platz geflogen ist, war pure Nettigkeit des Schiedsrichters.

Beide Szenen waren symptomatisch für den grassierenden Kräfteverlust in den zweiten 45 Minuten, als Micha, Dirk (Dirk!) und Andi T. reihenweise beste Konterchancen vergaben. Prompt wurde der Gegner stärker, probierte es aber nach dem Anschlusstreffer einfallslos mit Weitschüssen, die Andi M. alle entschärfte.

Fazit: Die erste Hälfte war meisterlich, die zweite sah so aus, als gelte es, sich schon jetzt für die Türken zu schonen.

Zum Schluss die gute Nachricht für alle Väter, die sonntags vormittags allein erziehen: Zumindest bei Heimspielen ist Lea gern bereit, sich um sämtliche Kinder zu kümmern; und sie will dafür ausdrücklich gar nichts. Ist das Team-Spirit?

Alsdann: Wunden lecken und mal einen Waldlauf einlegen. Gute Woche und frohes Schaffen, Till
 

Spiel 9 DJK KN:

Liebe Freunde der Fußball-Prosa!

Okay, wir hätten den DJK Angelo 8:0 vom Platz fegen müssen; oder vielleicht sogar zweistellig. Auf jeden Fall hätten wir weniger larifari spielen können, den Ball nicht so unnötig oft verlieren und einfach konzentrierter auftreten. Andererseits: Was soll's? Ob nun 4:0 oder 8:0: ist doch auch egal. Dem Gegner ist der Sonntag nicht komplett verhagelt, und mehr als drei Punkte gibt's ohnehin nicht.

Und wars nicht auch so ein schöner Vormittag? Sonne ab 11.30 Uhr (dank der Zeitumstellung, sonst wär's ein kompletter Nebelkick geworden), diverse schöne Tore (ganz stark: satter Kopfball von Andi T. nach perfekter Flanke von Doc Hollywood) und ein geruhsamer Kick ohne Blessuren und dafür mit einem einsichtigen Schiedsrichter, der sich nach sanfter Überredung überzeugen ließ, dass man selbstredend einen Keeper einwechseln kann (Andreas M.), ohne den anderen (Jochen M.) auszuwechseln: Jochen, schon zur Pause in weiser Voraussicht ins Trikot mit der 13 geschlüpft, fügte sich nahtlos ins Mittelfeld ein. Dass wir ab just diesem Zeitpunkt überwiegend Murks zusammenspielten, lag nicht an ihm.

Alles in allem: die Türken ante portas, Chelsea auf der Brust (für Andi W.: ich trag's gern) - da wird so ein DJK auf dem Platz einfach zweitrangig.

Der Vollständigkeit halber die Treffer: drei Mal Andi (ein Mal, s.o., Andi T., zwei Mal Andi W.), ein cooles Tor von Bernhard. Nanu, kein Dirk? Das bringt mich zur dritten Halbzeit, in der so mancher gegen Ende verblüfft vor einem leeren Bierkasten stand: Gibt's auch nicht oft bei uns, dass man sein erstes Bier schnell austrinken muss, damit man noch ein zweites abkriegt. Dabei wollte Jochen sogar zwei Kisten mtbringen...

Ein "Hero of the Match" drängte sich nicht unbedingt auf, zumal nach dem Spiel die Selbstkritik überwog, was ohne Frage ein gutes Zeichen ist. Ich räume gern ein, dass ich von mir selbst auch deutlich mehr erwarte, zumal mich die Zwiesprache mit meinem Oberschenkel des öfteren mehr beansprucht hat als mein Gegenspieler; der ist aber trotzdem ausgewechselt worden...

Dirk, hieß es, kreise noch mit einer Bierschuld in der Warteschleife, und Frankie from Munich hat angeblich einen gewissen Augustiner im Kofferraum. Falls er es schafft, denselben gegen die Stockacher "Alten Herren" zu verteidigen (die im Zweifelsfall ohnehin jünger sind als wir ), wäre das nächste Heimspiel ja auch gerettet.

Alsdann, gute Woche und frohes Schaffen! Nächsten Sonntag: selber Platz, neuer Gegner, mit etwas mehr Ernst bei der Sache, dann ist das gleiche Ergebnis durchaus drin. Gegen den FC Radolfzell sind alle wieder mit dabei (oder?!), und vielleicht schafft es Uwe B. (Bänderdehnung im Sprunggelenk aus dem Spiel beim FC, gleichbedeutend mit dem Ende der Hinrunde - gute Besserung!), nicht erst pünktlich zum Fassanstich auf dem Platz einzutreffen.

Gez.: Ephraim Langstrumpf, Käpt'n der TVK Hoppetosse
 

Spiel 10 gegen FC Radolfzell:

Liebe Fußballfreunde,

ich weiß nicht, wie's euch ergangen ist, aber ich bin untröstlich geblieben. Das war der doofste Punktverlust seit dem ersten Spieltag. Aber was damals noch einen gewissen Unterhaltungswert hatte, war diesmal einfach überflüssig. Den Gegner im Griff, die Punkte auf dem Konto - und dann macht Radolfzell nach zwei Standardsituationen den Ausgleich. Vielleicht bin ich aber auch besonders frustriert, weil ich den ersten Freistoß verursacht habe (der Schuss war allerdings eine zudem noch abgefälschte Granate, defintiv unhaltbar) und nach dem zweiten mein Gegenspieler den Ball im Rückwärtsfällen mit dem Kopf erwischt und perfekt in die lange Ecke zirkelt. Kann beides passieren, klar; ändert aber nix daran, dass man diesen Punktverlust  völig zu Recht als Niederlage empfinden darf. Auffällig übrigens, dass wir sämtliche Punkte bislang am Schänzle abgegeben haben; auswärts gab's nur Siege. Das lässt erstens für das Spiel bei den Türken hoffen und zweitens für die Rückrunde, denn da haben wir ja ein Heimspiel weniger.

Eklatanter als der Ausgleich der Radolfzeller aber war unser gesamtes Spiel, wie ich finde: weil es über weite Strecken nicht stattgefunden hat. Okay, der Gegner war bissig und unbequem. Aber sobald wir den Ball laufen ließen, waren wir klar im Vorteil. Andererseits gab's auffallend viele Ballverluste, was sicherlich auch am hohen Gras und dem rutschigen Boden lag.

Immerhin, die Viertelstunde in der zweiten Halbzeit, in der Jarek seine beiden Tore erzielt hat, war stark (das dritte zum 1:1 war von Bernhard, gewohnt cool, nach einem Zuckerpass von Andi T.). Und schön fand ich auch, dass wir trotz "Niederlage" noch anderthalb Stunden da geblieben sind. Zumindest in der dritten Halbzeit ist es uns vorbildlich gelungen, dass (geleerte) Runde im Eckigen unterzubringen.

Alsdann: gute Woche und frohes Schaffen! Bis nächsten Sonntag (Achtung: Anpfiff 14.30 Uhr!) weiß irgendwer hoffentlich auch, wo die Türken ihre Heimspiele austragen; den Platz, auf dem wir vor drei Jahren oder so gespielt haben, gibt's jedenfalls nicht mehr.

Eurer Chronist Ephraim Langgesicht

PS. Da mich Jochen inoffiziell zum Bierwart gekürt hat, hier also die obligate Frage: Hat sich heute jemand aufgedrängt? Ich finde ja, dass Jarek klasse gespielt hat; trotz des eigensinnigen Torschusses aus unmöglicher Position, obwohl im Fünfer ungefähr drei Leute frei standen...
 

Spiel 11: Türk. SV – TVK 2:1

War das ein Spiel in der zweiten Halbzeit! Heute mag das Ergebnis ja noch schmerzen, aber mit der Leistung lässt sich überwintern: So nah an einer Niederlage war der Türkische Schreiverein mit Sicherheit in dieser Saison noch nicht. In der zweiten Halbzeit haben sie bloß noch Angsthasenfußball gespielt: mit Spielverzögerung bei jeder sich bietenden Gelegenheit, sterbenden Schwänen und keiner einzigen Torchance mehr. Jochen hatte als Torlibero alles im Griff.

Schade bloß, dass wir die erste Halbzeit so leichtfertig hergegeben haben. Die Türken waren zwar flinker und ballsicherer, aber die Tore waren vermeidbar: das 0:1 war ein Abpraller, beim 0:2 ist ein Türke ungehindert durch die gesamte Abwehr gelaufen. Aber dann sind wir endlich aufgewacht: Schon der Rest der ersten Halbzeit sah viel besser aus; wer weiß, wie das Spiel bis dahin gelaufen wäre, wenn drei unserer 15 Spieler nicht erst zum Anpfiff am Platz eingetroffen wären.

Nein, keine Namen an dieser Stelle, aber als Bernhard, Thomas und Jörg (der allerdings einen deutlich weiteren Anfahrtsweg hatte) in der zweiten Halbzeit eingewechselt wurden, kippte das Spiel völlig: Dominierten die Türken vorher nach Belieben, bekamen sie plötzlich keinen Stich mehr. Es wurde tatsächlich ein Spiel auf ein Tor. Der Torwart brauchte regelmäßig MInuten, um den Ball zu holen, und die Fouls häuften sich. Als Jarek im Strafraum umgesäbelt wurde, gab's Elfmeter, aber das war leider noch nicht der Anschluss; der fiel kurz drauf und war richtig prima rausgespielt. Es gab noch einige weitere Szenen, die zu Toren hätten führen können, aber letztlich haben die Türken ihren Sieg über die Zeit gerettet.

Besondere Vorkommnisse: Rote Karte für Dietmar wegen übertriebener Härte, wie wir Eishockey-Cracks sagen. Allerdings eine Karte auf Zuruf; Gelb hätt's auch getan (kurz zuvor musste auch der lauteste türkische Schreihals vom Platz). Ohnehin wurde der sympathische Schiedsrichter immer unsicherer und pfiff ziemlich oft eher auf Verdacht als nach bestem Wissen. Sei's drum: An ihm lag's nicht.

Mein Hero of the Match: Martin, der als Innenverteidiger sensationell gut war, nie Foul spielen musste und eine atemberaubende Zweikampfquote hatte.

Rechnerisch ist der Türk SV nicht mehr einzuholen, und schlagen wird ihn außer uns niemand. Das aber sollten wir tun, wenn die Jungs nächstes Jahr zum Schänzle kommen; das sind wir unserem guten Ruf schuldig. Wenn es uns jetzt noch gelingt, peinliche Auftritte wie gegen Öhningen/Gaienhofen zu vermeiden und klare Spiele wie gegen den FC Radolfzell auch zu gewinnen, müssen wir bloß noch das Problem der sich wie von selbst leerenden Bierkästen in den Griff bekommen.

Alsdann, werte Fußballfreunde: Kommt gut über den Winter, bleibt fit und so, wie ihr seid, euer Chronist Ephraim Longstocking
 

Spiel 12: Reichenau - TVK 4:0

Werte Daheimgebliebene,

es sieht so aus, als müssten wir die Rückrunde gleich mit einem Krisengespräch beginnen: Andreas W. hat trotz diverser Telefonate bloß zehn Mann zusammenbekommen, und das war für das erste Spiel nach der Winterpause selbst gegen die Reichenau zu wenig. 0:4 klingt genau so deutlich, wie es war, und obwohl wir in der zweiten Halbzeit viel Druck gemacht haben und auch unsere Chancen hatten, hätten es noch ein paar Gegentore mehr sein können; Andreas M. hat einige Male spektakulär gehalten.

Bei allem Verständnis für Kindergeburtstage, Theaterproben etc.: Im Einzelfall ist das sicher alles okay, aber unterm Strich darf das nicht dazu führen, dass wir sonntags mit Müh' und Not nur zu zehnt sind; das macht dann nämlich keinen Spaß mehr.

Obwohl: So schlecht war's gar nicht. Schon in der ersten Hälfte hatten wir unsere Möglichkeiten. Reichenau war zwar überlegen, hat aber die Angriffe meistens mit Weitschüssen abgeschlossen, die in der Regel eher rührend als gefährlich waren. Andreas hatte kaum was zu tun, war beim 0:1 aber machtlos, weil die Abwehr den Ball vertändelte.

Da sich einige von uns in Halbzeit eins ein bisschen ausgeruht hatten (Profis nennen das "Kräfte einteilen"), konnten wir in Halbzeit zwei richtig Gas geben. Natürlich hatte Reichenau jetzt Platz zum Kontern, aber die weiteren Gegentore waren eher Zufallsprodukte; eins haben wir uns irgendwie sogar selber reingemurmelt.

Fazit: An der Aufstellung lag's nicht, zumal Dietmar und Thomas für zwei gerackert haben, an der Einstellung erst recht nicht. Auch wenn ich das blöd finde, ans schlechte Gewissen zu appellieren: Jeder von euch hätte der Elfte sein können, und dann wäre das Spiel wohl anders ausgegangen.

Nichtsdestotrotz: Schönen Sonntag und gute Woche. Am 26. kommt Markelfingen: hoffentlich auf's Schänzle und hoffentlich gegen mindestens elf. Till
 

Spiel 13: TVK-Markelfingen 5:0

Wo soll man anfangen mit dem Bericht über ein solches Spiel, das sich einerseits wie ein 7:0 anfühlte, andererseits aber keineswegs ein Spiel auf ein Tor war, weshalb die 0 hinten nicht weniger hoch einzuschätzen ist wie die 5 vorn?

Vielleicht einfach beim Anfang: Mein erstes Spiel als Kapitän ohne Binde, weil der Schiri auf schmucklosem Auftreten bestand; und wenn ich ja wüsste, dass Andi T. jedes Mal drei Tore macht, wenn er die Binde trägt…

Aber der Reihe nach: Auflaufen zu zehnt, weil der doofe Käpt’n erst mal seine Ringe ablegen musste. Andi T. gewann prompt die Platzwahl: gutes Omen! Aber die Markelfinger, sehr jung aufgestellt, wollten’s wissen und machten überraschend viel Druck; vermutlich hatten sie von unserem 0:4 auf der Reichenau gelesen und sich auch ein Pünktchen ausgerechnet.

Wie weiland Ali gegen Foreman haben wir sie clever und routiniert sich austoben lassen und kluge Konter gespielt. Dirk hat schon mal für seine zweite Karriere (Tennis) geprobt und drei Lops probiert. Der beste plumpste auf die Latte, aber da hatte der Schiri schon abgepfiffen (gute Leistung vom Unparteiischen, wie ich finde: unaufgeregter Auftritt, hatte das Spiel immer im Griff; auch wenn ich das mit den Ringen natürlich doof fand).

All der Markelfinger Sturm und Drang verpuffte folgenlos, weil Andreas seinen Kasten sauber hielt und die Abwehr meistens gut stand. Einen unserer Konter schloss Jarek überlegt und kaltblütig ab – 1:0.

Dank einer personell exquisit besetzten Bank konnten wir auf hohem Niveau wechseln: Andi W. für Micha (was für eine erste Halbzeit!), Harry für Franky from Hollywood. Vier Tore in einer Hälfte: Das sagt eigentlich alles. Markelfingen hatte sich offenbar ein bisschen verausgabt, hat aber weiter prima mitgespielt; es war keineswegs ein Spiel auf ein Tor. Spätestens jetzt aber wurde es das Spiel der drei Andis: Der eine hielt hinten weiter alles, was zu halten war, der zweite (W.) glänzte durch Übersicht und vortreffliche Pässe und Flanken auf den dritten (T.), der seinen zweiten Triple der Saison erzielte (zweimal per Kopf, ein Fernschuss unter Bedrängnis in den Winkel: geil!) und sich damit folgerichtig für die Abteilung „Hopfen & Malz“ qualifiziert hat.

Was bleibt noch? Dietmar war wieder unermüdlich 90 Minuten unterwegs; Harry sollte unbedingt öfter mitspielen; Thomas: in jeder Hinsicht vorbildlich; Uwe: hat meine Empfehlung, den Libero vor der Abwehr vom Spielverlauf abhängig zu machen, fröhlich offensiv ausgelegt; Markus: stark wie immer, hätte Andi T. den „Hero of the Match“ eigentlich streitig machen müssen, aber 7:0 wäre dann doch zu hoch gewesen (richtig: eins hat er gemacht).

Fehlt noch der Mann auf der linken Außenbahn: Der hatte über die 90 Minuten drei Gegenspieler (zwei davon haben Gelb gesehen), hat sich zwei mal zu oft die üblichen Leichtsinnsfehler beim Spielaufbau erlaubt und leckt seine Wunden.

Zum Schluss der Ausblick: Für Liggeringen, die sich über unser 0:4 auf der Reichenau ohne Frage extrem gefreut haben dürften, war das 5:0 genau die richtige Zeitungsbotschaft. Wir spielen schon am Samstag (16.00 Uhr), und wenn Andi T. wieder drei Dinger macht, muss ich mir das mit der Binde ernstlich überlegen: Wie immer in den letzten Jahren, wenn’s gegen Liggeringen geht, bin ich in Cannes.

Ach ja: Ich schreibe dies bei Sommerzeit und Sonnenschein; spätestens am 7.April hätte ich gern einen Freitags-Kick auf dem Schänzle.

Alsdann: gute Woche, frohes Schaffen, und: haut sie weg! Till

PS. Andi, war nur Spaß: Ich bin stolz auf die Binde und will sie wieder haben, ganz egal, wie viele Tore Du schießt.

PPS. Harrison Ford, habe ich eben gelesen, fühlt sich auch mit 63 keineswegs zu alt für Action-Filme. Der Mann spricht mir irgendwie aus der Seele.
 

Spiel 15: BSV Nordstern TVK 2:2

Schade, schade, schade. Ein Spiel mit den viel zitierten zwei Halbzeiten: In der ersten hätten wir fünf Tore schießen können, in der zweiten haben es die Nordsterne fertig gebracht, den Ball quasi von der Torlinie noch neben den Posten zu setzen. Den Unterschied hat die Ersatzbank gemacht: Radolfzell konnte in der zweiten Halbzeit drei Mal wechseln, wir kein Mal; entsprechend platt waren wir schließlich, konnten kein geordnetes Spiel mehr aufziehen und haben die Bälle zumeist an der Mittellinie schon wieder verloren.
Dabei ging’s zunächst genauso weiter, wie wir letztes Jahr beim Meisterball aufgehört haben: Bis auf wenige Gegenangriffe war’s ein Spiel auf ein Tor, wobei wir weit mehr als bloß den einen Treffer (Jarek) hätten schießen müssen. Das 1:1 war auch vermeidbar: Der Ball fiel aus der Sonne, und weil kein Verteidiger mit zurückgelaufen war, konnte ein Radolfzeller abstauben.
In der zweiten Hälfte hat Radolfzell den Druck permanent erhöht. Trotzdem hat Jarek das 2:1 gemacht, aber die Überlegenheit aus Halbzeit eins war futsch, und nach diversen Riesenchancen fiel dann zwangsläufig der Ausgleich; zwei Minuten vor Schluss zwar, was ärgerlich war, aber aus Radolfzeller Sicht hochverdient, die dann auch prompt feierten, als hätten sie einen Dreier gemacht.
Was uns in der zweiten Halbzeit fehlte, war ganz klar ein Zehner. Der Mittelkreis war buchstäblich leer; da war keiner, den man hätte anspielen können, der die Bälle auch mal hielt und klug verteilte, das Spiel mal schneller, mal langsamer machte. Kein Vorwurf an die elf Mann auf dem Platz, die haben getan, was möglich war.

Gibt’s Vorschläge für einen Hero of the Match?

Am Donnerstag gilt’s nun, Liggeringen auf Distanz zu halten; die werden noch verbissener um die drei Punkte kämpfen als die Nordsterne, und da sollten wir dringend mehr als bloß elf sein (Rückmeldungen an Andi W.!).

Alsdann: gute Woche bis Donnerstag und frohes Schaffen, Till
 

Spiel 16: Liggeringen-Güttingen – TV 2:3

Der Bann ist gebrochen: endlich drei Punkte bis zum Schlusspfiff gerettet. Und vor allem dann gepunktet, wenn’s wichtig ist: auswärts beim hartnäckigsten Verfolger; jetzt müssen wir den zweiten Platz bloß noch verteidigen.
Sieht man mal vom Liggeringer Ausgleich ab, den sein wirklich kleiner Gegenspieler per Kopf erzielen konnte, war der Mann des Matchs in der Defensive eindeutig Pat: hat alles abgeräumt, war unglaublich spritzig und bissig. Nicht minder wichtig und in zählbarer Effektivität noch effizienter war allein Markus. Ein Tor selbst erzielt, zwei vorbereitet, viel unterwegs, immer engagiert und trotzdem besonnen: ein echtes Vorbild. Die salomonische Lösung: Pat bringt das Zäpfle zum Auswärtsspiel bei der DJK mit, Markus springt in die Bresche, wenn wir wieder mal ein Murmelspiel hinlegen und sich beim besten Willen keiner aufdrängt.
Zurück zum Spiel: Trotz mächtigen Drucks der Liggeringer, die mit Macht Zweiter werden wollten (und das bei einem Sieg auch geworden wären), haben wir das 1:0 gemacht (klasse Pass Micha, der angesichts der Witterungsbedingungen beide Sombreros daheim gelassen hat), vollstreckt von Markus. Dann gab’s besagtes Gegentor, aber das Mittelfeld (Micha, Bernhard, Markus) gehörte uns, und Bernhard hat wieder mal gezeigt, wie groß die Lücke ist, die er in der Rückrunde sonntags hinterlässt. Das 2:1 noch vor der Pause (Freistoß Markus, Kopfball Micha) war Gold wert. In der zweiten Halbzeit hätten noch ein paar Tore folgen können, aber es fiel nur eins: ein schöner Angriff, am Ende uneigennützig von Markus quergelegt auf Andi W., 3:1.
Gegen Ende wurde Liggeringen wieder stärker, weil bei uns zum Teil die Kräfte schwanden. Meistens verpufften die weit in den Strafraum geschlagenen Bälle, mindestens ein Mal hat Andreas M. fantastisch pariert. Ein Tor haben sie dann doch gemacht, und freundlicherweise pfiff der Schiedsrichter vor einer weiteren Ecke das Spiel ab, sonst wären auch diese drei Punkte womöglich wieder futsch gewesen.
Am Sonntag sollten wir beim dritten Auswärtsspiel in Folge den zweiten Sieg nachlegen, denn am Sonntag drauf geht’s zum FC Radolfzell und anschließend kommen die Türken; das wird beides nicht einfach.
Wir sehen uns auf dem Kunstrasen! Till
 

Spiel 17: DJK – TVK  2:2

Jawohl, werte Daheimgebliebene, ihr habt richtig gelesen. 2:2 beim Tabellenletzten, und das ist noch eine gute Nachricht: Zum Glück hat der etwas schräge, aber durchaus nicht unsympathische Schiedsrichter zu Recht ein Abseitstor nicht anerkannt, sonst hätten wir nicht mal unser Standardresultat der letzten Spieltage erreicht. Falls jemand das Spiel gesehen haben sollte, der die Tabelle nicht im Kopf hatte, so wird er sich gedacht haben: 2:2, gerechtes Ergebnis, ausgeglichene Chancenverteilung. Alles richtig; mit der kleinen Einschränkung, dass der Tabellenletzte den amtierenden Meister zu Gast hatte.
DJK hat eine Halbzeit lang gespielt wie ein Knallfrosch: jede Menge Aufwand, viel Wirbel, kein Ergebnis. Wir haben zwar auch nicht gerade brilliert, zumal nach vorne kaum was passierte, aber Andi W. hat einen Klassiker zum 1:0 genutzt: Freistoß von ganz weit weg, Aufsetzer im Strafraum, Dirk irritiert den Torwart, drin.
Zur Pause musste Andi T. dann lecker essen gehen (kann man Konfirmationen eigentlich nicht auch werktags erledigen?). Zum Glück hat Erik sein Frühstücksei im Stich gelassen und war pünktlich zur Stelle, so dass wir immerhin zu elft weiter spielen konnten. Obwohl: Spielen ist der pure Euphemismus. Die zweite Halbzeit war der Tiefpunkt der ohnehin nicht gerade berühmten Rückrunde. Jeder zweite Ball ging schon beim Spielaufbau verloren, Pässe auf kürzeste Distanz kamen nicht an, und DJK konnte immer wieder mit weiten Bällen unser Mittelfeld und die aufgerückte Abwehr überspielen. Obwohl Dietmar direkt nach der Pause mit einem Volleykracher das 2:0 erzielte, gab uns das keine Sicherheit, im Gegenteil. Die Gegentore waren komplett unnötig, aber in dieser Form unserer Mannschaft offenbar unvermeidlich; und wenn Andreas einen Ball nicht mit glanzvoller Flugparade aus dem Winkel gefischt hätte (und festgehalten! Wie weiland die Katze von Anzing) und später noch mal in höchster Not gerettet hätte, wäre das kümmerliche Pünktchen auch noch futsch gewesen.
Sieht man mal von Torwart und Innenverteidigung (Pat, Thomas) ab, war die gesamte Mannschaft „nevve de Kapp“, wie man bei uns im Rheinland sagt: irgendwie nicht auf dem Platz, indisponiert, desorientiert, den Kopf nicht frei, die Füße schwer, was weiß ich. Jedenfalls zieht sich das wie ein roter Faden durch die Rückrunde. Nur gut, dass wir das Sechs-Punkte-Spiel in Liggeringen gewonnen haben.
Weil das Spiel keinen Hero verdient hat, müssen wir in Radolfzell (auf der Mettnau, beim FC, Sonntag 10.30 Uhr) trocken duschen. Für einen geschmeidigeren Auftritt: Freitag 18.00 Uhr Trainingskick auf dem Schänzle.
Gute Woche, frohes Schaffen, Till
 

Spiel 18: FC Radolfzell – TVK 0:5

Mit einem Fuß im Zug nach München rasch noch ein Spielbericht. Jawohl, kein Tippfehler: 5:0! Anfangs haben wir uns noch was schwer getan, so dass schon wieder Schlimmes zu befürchten war, aber Jochen war bei seinem ersten Einsatz nach Krampfadern-OP ein hundertprozentigiger Rückhalt. Aber dann wurden wir immer sicherer, haben zum Teil famos kombiniert und hätten noch vor der Pause höher als 2:0 (Jarek, Markus) führen müssen. In der zweiten Halbzeit hat Jochen noch ein paar Mal großartig reagiert, aber richtig in Gefahr gerieten wir kaum. Dagegen wurde das Spiel endgültig zum großen Auftritt für Markus, der praktisch an allen Toren maßgeblich beteiligt war, drei davon gleich selbst erzielte und außerdem auch hinten aushalf.
Markus war als „Hero“ konkurrenzlos, aber dahinter tummeln sich gleich zwei Handvoll Spieler, die ebenfalls herausragten: Micha als Ballverteiler, Dietmar als nimmermüder Rackerer (wenn auch mit diversen Ballverlusten, weil er das Spielgerät einfach nicht hergeben will, wenn er’s mal hat), Andi W. mit viel Druck von rechts (Tor Nr. 5), Jarek unermüdlich trotz frisch auskurierter Zerrung, Erik auf rechts als Ballhalter, Christoph als meist hellwacher (!!) Manndecker, Andi T., der klaglos in die Innenverteidigung wechselte, als Franky from H. schon nach ein paar Minuten aufhören musste, und trotzdem noch Zeit fand, nach vorn zu gehen; und schließlich Uwe W. als umsichtiger Libero mit buddhistischer Ruhe. Ein rundum gelungener Auftritt, der für das Spiel gegen die Türken am Sonntag hoffen lässt.
Gruß, Till
 

Spiel 19: TVK – Türk. SV 0:2

Schade eigentlich: Wie schon im Hinspiel war gegen die Türken, längst schon enteilt und sicherer Aufsteiger, mehr drin. Obwohl in Sachen Ballbehandlung, physischer Fitness und geistiger Frische deutlich überlegen, brauchten die Türken zwei Kontertore, um wie im Herbst einen Dreier zu holen. Dabei hätten wir sogar in Führung gehen können, weil wir anders als im Hinspiel nicht voller Respekt hinten drin standen. Die Tore waren um so doofer, vor allem das zweite, da streiten die Gelehrten noch: Die linke Seite war aufgerückt und daher entblößt; als der Ball auf rechts im Aufbau verloren ging, stand Jochen ziemlich alleine da.
Trotzdem lag’s nicht an der Defensive. Jochen wurde in der zweiten Halbzeit nicht vor unlösbare Aufgaben gestellt und hatte an seinem Geburtstag [jetzt auch ein Dreißiger ;-) ] ein Torwarttraining unter verschärften Bedingungen, war aber der gewohnt sichere Rückhalt, hat alle Bälle festgehalten und war als Libero hinterm Libero (Uwe, zumindest diesseits der Mittellinie wie immer die Ruhe selbst) die Zuverlässigkeit in Person. Imposanter war in der Abwehr allein Martin: hatte seinen Gegenspieler prima im Griff, die Zweikampfquote ging gegen hundert Prozent; Martin ist für mich der „Hero of the Match“. Kandidat wäre auch noch Markus, wie stets unermüdlich und alle Bälle fordernd, immer positiv und aufmunternd, aber in der Effizienz letztlich ähnlich wenig erfolglos wie die gesamte Offensive, die sich zwar redlich bemüht hat, sich aber gerade in der zweiten Halbzeit keine echte Torchance erspielt hat. Um es mal ganz ungeschminkt anzusprechen: Genau da liegt derzeit unser Problem. Selbst wenn wir im Mittelfeld (wo gerade in der ersten Halbzeit bedenklich viele Bälle verloren gingen) gefällig nach vorne spielen: In der Spitze tut sich zu wenig. Für Platz zwei mag das reichen, aber wenn wir in der nächsten Saison Erster werden wollen, dürfen wir uns diese Unentschiedenserien nicht leisten. Natürlich haben wir in vielen Spielen einfach abgebaut; aber wenn wir vorher die Treffer drei und vier machen, sind zwei Gegentore in den Schlussminuten zwar lästig, aber auch lässlich.
Egal, die Stimmung nach dem Spiel war gut, das Wetter auch. Nächstes und vorletztes Match: auswärts in Öhningen. Gute Woche, frohes Schaffen, Till
 

Spiel 20: FC Öhningen-Gaienhofen – TVK 4:2

Vielleicht hätten wir das Mannschaftsfoto (siehe Anhang) besser vor dem Spiel machen sollen. Obwohl: Da waren noch gar nicht alle da, und vermutlich waren auch noch nicht alle wach. Jedenfalls haben wir die erste Halbzeit gründlich verschlafen, wie dann die zweite zeigte: Da gab’s ein Spiel auf ein Tor mit deutlich mehr Chancen als bei unseren diversen Unentschieden der letzten Wochen. Half alles nix; und ohne Jochen, der mit Hexenschuss im Tor stand, hätten noch einige Konter mehr zu Gegentoren geführt.
Aber der Reihe nach. Das Unglück begann mit einem sauberen Eigentor von Martin, der Jochen mit einem platzierten Kopfball keine Chance ließ. Das passte ins Bild, denn in der ersten Halbzeit stimmte die Ordnung überhaupt nicht, im Mittelfeld gingen viele Bälle unnötig verloren, und hinten herrschte öfter Chaos; bloß vorne war Ruhe. Als wir einigermaßen ins Spiel gefunden haben, schloss Dirk eine schöne Kombination mit dem Ausgleich ab und sorgte so für das Ende einer persönlichen Torflaute, die einschlägige Gazetten schon nicht mehr in Stunden, sondern bereits in Tagen gezählt hatten. Die Freude währte indes nur kurz, weil die Abwehr einen Ball vertändelte (ich sage nur: Tunnelversuch im Strafraum, dann weiß jeder, wer’s war) – 1:2.
Hauptdarsteller von Halbzeit zwei war der Schiedsrichter, ein Schwarzafrikaner, den wir vor Spielbeginn etwas genervt hatten, weil die Pässe nicht sortiert waren, der Spielberichtsbogen nicht korrekt ausgefüllt war und wir immer noch keine Genehmigung für unseren Werbepartner vorweisen können (O-Ton Andi T.: TVK = TV Kaos); dem sollte für die nächste Saison Abhilfe geschafft werden. Der gute Mann, bis dahin eifrig bemüht, gab unmittelbar nach Wiederanpfiff einen Strafstoß, den selbst der Gegner nicht wollte: Uwe hat sauber abgegrätscht, eindeutig den Ball getroffen, der Gegenspieler ist über seine Beine gestolpert. Später versuchte sich der Schiri zu rechtfertigen: Anscheinend dachte er zunächst, das vermeintliche Foul sei außerhalb des Strafraums gewesen, daher sein spontaner Pfiff; innerhalb hätte er die Aktion anders bewertet. Allerdings sind wir uns ziemlich einig, dass zwischen Uwes Aktion und dem Pfiff gefühlte fünf Minuten vergingen. Später hat der Schiedsrichter dann ein tatsächliches Foul in unserem 16er großzügig ignoriert, war aber zu dem Zeitpunkt schon so verunsichert, dass er lauter dummes Zeug gepfiffen hat.
Aber wie noch mal Andi ganz richtig feststellte: Es gab drei Anspiele innerhalb von allenfalls fünf Minuten, weil wir postwendend reagieren konnten. Jarek startete wieder mal zu einem seiner (bei den Mitspielern) gefürchteten Anstoß-Soli, nahm aber netterweise Dirk noch mit, und weil auch Dietmar den beiden folgen konnte und wunderbar freigespielt wurde, stand’s nur noch 2:3. Wir hatten noch 40 Minuten Zeit und haben hartnäckig nach vorne gespielt, aber außer zwei Lattentreffern von Jarek und einem skurrilen Abseitstor, bei dem sich quasi unsere halbe Mannschaft auf der gegnerischen Torlinie tummelte, ist nichts dabei rumgekommen. Öhningen-Gaienhofen, übrigens ein fairer, sympathischer Gegner, hat nur noch auf Konter gesetzt. Jochen hat mehr gehalten, als zu halten war; nach dem 2:4 war dann klar, dass wir heute die Vizemeisterschaft nicht mehr sichern würden.
Anzumerken bleibt noch: Öhningen ist verdammt weit weg; Markus setzte bei weitem nicht die gewohnten Akzente und war dem Druck, in seiner Heimat aufzutrumpfen, offenbar nicht gewachsen; schön, das Jörg wieder mal mitgespielt hat; klasse, dass Erik immer zur Verfügung steht, selbst wenn ihn der Anruf erst beim Biss ins Sonntagsbrötchen ereilt.
Am letzten Spieltag gibt’s nun ein Wimpernschlagfinale um Platz zwei: Im Fernduell mit Liggeringen, die uns dank der besseren Tordifferenz (ein Treffer)  den zweiten Platz abgeknöpft haben. Wir müssen also auf jeden Fall gewinnen, und wenn’s geht, auch mit ein paar Toren Unterschied. Ärgerlicherweise gibt’s eine Menge Ausfälle. Ich hoffe, ihr schafft das trotzdem. Ich bin leider unabkömmlich: habe in Hamburg ein Interview mit Caren Miosga, der hübschen neuen Moderatorin des ARD-Kulturmagazins „Titel, Thesen, Temperamente“.

Tillmann Gangloffl